Nach Hardfork: Bitcoin im Keller

Freitag 27 November 68362 Teilen

Nach Hardfork: Bitcoin im Keller

Schock für Bitcoin-Fans: Der Kurs der Kunstwährung ist heute von einem Höchststand von 2.500 Euro im Juni auf aktuell rund 200 Euro eingebrochen. Ursache hierfür sind aber nicht, wie bei früheren Crashs, großangelegte Manipulationsversuche oder andere finstere Machenschaften. Hintergrund ist ein tiefsitzender Vertrauensverlust, dessen Ursache wiederum technischer Natur ist.

Doch der Reihe nach: Mit der weltweit rasant steigenden Popularität der Kryptowährung, insbesondere in Japan und anderen fernstöstlichen Ländern, stößt das Bitcoin-Netzwerk erkennbar an seine Belastbarkeitsgrenze. Der Grund hierfür ist – simpel ausgedrückt – im "Maschinenraum" der digitalen Devise zu finden. Basis der Bitcoin-Technik ist die Blockchain, die alle zu erledigenden Transaktionen in Blöcken festschreibt. Genau da liegt das Problem: Per aktuellem Design kann jeder Bitcoin-Block nur etwa 3.000 Transaktionen verarbeiten – viel zu wenig, um den Ansprüchen der ungeduldigen Nutzer noch gerecht zu werden.

Um dieses Manko zu beheben, debattiert die Bitcoin-Community derzeit, ob die Transaktionen optimiert oder die einzelnen Blöcke der Blockchain per neuer Software vergrößert werden sollen – oder beides. Der grundlegende Richtungsstreit zwischen den fundamentalistischen Entwicklern und den gewinnorientierten Betreibern von Plattformen und Rechenzentren darüber, was Bitcoin dem Wesen nach eigentlich ist – Währung oder Investitionsobjekt – erreicht damit eine neue Dimension.


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