NRW: Landtag beschließt „flexible Zusatzferien“ für Schüler

Mittwoch 14 April 81496 Teilen

NRW: Landtag beschließt „flexible Zusatzferien“ für Schüler

Düsseldorf. Einen größeren Knaller hätte sich NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) nicht ausdenken können: Zum Start des neuen (Halb-)Jahres an den weiterführenden Schulen in NRW beschloss die Regierung am Montag bei einer Kabinettssitzung die Einführung flexibler Zusatzferien. Nach Vorstellung der Ministerin sollen Schüler sich bis zu 10 Tage zwischendurch freinehmen können. Dem Kölner Abendblatt sagte sie: „Die Zeiten haben sich geändert, und unser Leben heutzutage ist wesentlich stressiger als noch vor 10 Jahren. Gerade bei den Schülern in NRW schlägt sich das in den immer schlechten Noten nieder. Daher haben wir nach Möglichkeiten gesucht um Fehlstunden zu reduzieren und für Schüler eine legale Möglichkeit zu schaffen „zwischendurch“ mal zu entspannen. Das neue System sieht vor, dass Schüler einfach spontan zuhause bleiben können, vorausgesetzt sie rufen morgens im Sekretariat an und lassen sich am nächsten Anwesenheitstag die Fehlzeiten als „Zusatzferien“ verbuchen.“ Genau aber dieses System sieht die Opposition kritisch. Sebastian Hartmann (SPD) erklärte, die SPD sei grundsätzlich auch der Ansicht, die Schüler bräuchten einen größeren Zeitausgleich als früher - allerdings wollen die Sozialdemokraten keine „Zusatzferien“ wie von der Regierungsfraktion vorgesehen. „Vielmehr müssen wir uns überlegen, wo wir mehr Ferien einplanen, ob wir nicht bspw. wieder dauerhaft die Pfingstferien einführen“. Lob kommt hingegen von Grünen und Linken. Die AfD kritisiert, dass ohnehin „der Unterrichtsausfall an NRW-Schulen ohnehin exorbitant hoch“ sei, und dass „mehr Ferien zu einer Verhohlung unserer Schüler führen wird“. Sollte es tatsächlich zu „Zusatzferien“ kommen, egal ob jetzt das Modell der FDP-Bildungsminsterin oder das der SPD umgesetzt wird, frühestens ab 2023 könnten sich die Schüler freuen - denn bis dahin sind die Ferienzeiten fest verankert.

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